BMW´s Weg zur Enduro - Teil 2  (1951 bis 1980)

Nach dem Krieg waren wieder BMW in den Ergebnislisten der Deutschen Geländemeisterschaft zu finden. Ab 1951 durfte Deutschland wieder an den Sixdays teilnehmen. Die eingesetzten Motorräder unterschieden sich nun erstmals deutlich von den Serienmodellen: 21 Zoll-Vorderrad, hochgelegte Auspuffanlage mit einem einzelnen Schalldämpfer, Faltenbälge an der Telegabel und Ölwannenschutzplatte sowie hier und da Sturzbügel vor den ausladenden Zylindern.

1951

Sixdays im italienischen Varese.

BMW erringt auf R 51/3 und dem R 67-Gespann Goldmedaillen in den Einzelwertungen, für einen Gesamtsieg reicht es jedoch nicht.


BMW R 51/3 (Serienmodell)

 

1952

Sixdays im österreichischen Bad Aussee.

Die R 68 mit 600cm³ und 35 PS ersetzt die 500´er.


BMW R 68 (Serienmodell)

 

1953

Neuer Motor mit zentraler Nockenwelle.


1953´er Sixdays R 67/2

 

1956

Sixdays in Garmisch-Partenkirchen.

Die R 50 mit Vollschwingenrahmen löst die Vorgängermodelle ab.
In der Seitenwagenklasse zeigt die R 69 ihre Stärke.
Vereinzelt kommen auch Einzylinder vom Typ R 26 zum Einsatz.


BMW R 50 (Serienmodell)

Mit dem Niedergang des Motorradgeschäftes in Deutschland ab Mitte der 50´er Jahre, entwickelte sich der Geländesport zunehmend zur Angelegenheit für Privatfahrer. Maico, Hercules und Zündapp boten spezielle Zweitakt-Wettbewerbsmaschinen an, die sich zügig weiterentwickelten. Die BMW Straßenmodelle standen lange unverändert im Programm. An den Werks-Geländemaschinen hatte sich seit 1955 praktisch nichts mehr getan. Gegen die immer leichter werdenden Zweitakt-Modelle, nahmen sich die schweren BMW-Werksmaschinen aus wie Saurier aus ferner Vergangenheit.

Erst 1963 hatte der Stillstand dann ein Ende.

1963

In der BMW-Entwicklungsabteilung entsteht eine neue Werks-Geländemaschine mit Doppelrohrrahmen, angeschraubtem Rahmenheck, langhubige Telegabel mit vorverlegten Achsklemmfäusten. Mit feinbearbeitetem R 69S-Motor bringt sie 193,5 kg auf die Waage.


BMW R 69S (Serienmodell)

 

1964

Sebastian Nachtmann siegt auf R 69S bei der deutschen Geländemeisterschaft in der Klasse über 500cm³.


Kurt Tweesmann auf der 600´er BMW

 

1965

Sebastian Nachtmann wiederholt auf der R 69S seinen Vorjahressieg.

 

1966

Kurt Tweesmann wird auf R 69S deutscher Geländemeister.


1966´er Sixdays BMW 600

Nachdem sich In der Motorradszene der Eindruck verbreitet hatte das die Gelände-R 69S von 1966 bereits Hinweise auf eine neue Generation von Straßenmaschinen lieferte, wurde der Einsatz eines neuen Motors erwartet. Diese Hoffnung blieb jedoch unerfüllt. Noch im selben Jahr beendete BMW die Geländesport-Aktivitäten.

Drei Jahre später stellte BMW dann doch eine neue Modellpalette vor.

1969

Die Modelle der /5-Serie sind vollständige Neukonstruktionen mit Leichtmetallzylindern und unter die Kurbelwelle verlegter Nockenwelle. Rahmen und Fahrwerk stammen von den Werks-Geländemaschinen ab.

Auf Basis der R 75/5 entsteht 1970 die BMW Design-Studie "Streetscrambler".


BMW R 75/5 "Streetscrambler"

 

1970

Erneuter BMW-Werkseinsatz bei der deutschen Geländemeisterschaft. Herbert Schek gewinnt auf einer 175 kg leichten R 75/5 Geländeversion.

 

1971

Herbert Schek wiederholt auf der R 75/5 Geländeversion den Sieg bei der deutschen Geländemeisterschaft.


Herbert Schek auf der 740´er BMW

 

1972

Herbert Schek wird (ohne BMW-Beteiligung) auf einer privat aufgebauten R 75/5 Geländeversion zum dritten mal deutscher Meister.

 

1973

Die bayerischen Motorenwerke entsenden ein Werksteam zu den erstmals in den USA ausgetragenen Sixdays.
Ausgerüstet sind sie mit der gelungenen Off-Road-750er, die mit Hilfe des Geländesportlers Herbert Schek aus der R 75/5 entstanden ist. Diese haben nur noch einen Kickstarter und Kolbenschieber-Vergaser.


1973´er Sixdays R 75/5

Das tiefe Brummen der Viertaktboxer verstummte in den darauffolgenden Jahren in der deutschen Geländeszene fast vollständig. Die Vereinnahmung der großen Klasse durch die Zweitakt-Maico 501 behagte weder dem Publikum noch dem Veranstalter. Abhilfe sollte ab 1978 eine zusätzliche Klasse für Motorräder über 750cm³ Hubraum bringen.

1977

Laverda liefert mit zwei, im Auftrag von BMW entwickelten Geländesport-Prototypen entscheidende Denkanstöße: Spezial-Rahmen, Marzocchi-Gabel, verlängerte Schwinge, 800cm³ Motor und Fünfgang-Getriebe.


Prototyp "GS 800" von Laverda

 

1978

In das Programm der deutschen Meisterschaft wird die neue Klasse über 750cm³ aufgenommen.
Laszlo Peres von der BMW-Versuchsabteilung sorgt auf der deutschen Geländemeisterschaft mit einer 142 kg leichten Geländemaschine mit Zentral-Federbein für Aufsehen. Der Name des Prototyps: "GS 800".


1978´er Sixdays GS 800

 

1979

Im Januar fällt der Startschuß für die BMW-Entwicklungsabteilung zum Bau einer Serien-Enduro. Grundlage ist der Versuchs-Prototyp mit dem Spitznamen "Roter Teufel".

Richard Schalber gewinnt auf der weiterentwickelten "GS 80" die Deutsche Geländemeisterschaft.


Versuchs-Prototyp "Roter Teufel" von 1978 / 79

 

1980

Werner Schütz gewinnt die deutsche Geländemeisterschaft in seiner Klasse,
Rolf Witthöft wird Europameister.

Zu den Sixdays in Frankreich sieht man an den "GS 80"-Maschinen die letzte Vorstufe zum Monolever. Deutschland gewinnt den Wettbewerb.
Im September geht die R 80 G/S in Serie und mit ihr beginnt eine blendende Erfolgsserie.


Zentralgefederte GS 80 von 1979

BMW´s Weg zur Enduro